Letztes Update: 02. December 2017

Berichte und Bilder 1997

Grundkurs

Bericht

Grundkurs des BZVS e.V. vom 23.8. - 31.8.1997
mit einem neuen Rekord von 50 Teilnehmern begann um 09:30 Uhr, mit der Begrüßung des Lehrgangsleiters Thomas Kronenberger der Grundkurs 1997.
Das diesjährige Team setzte sich aus der Studentin für Operngesang Ulrike Spengler (Hannover), dem Schulmusikstudenten Stefan Jenzer (Freiburg), der Gitarristin Kerstin Eisenbarth (Prag), der Erzieherin Monika Beuren (Differten), dem Gitarrenlehrer Herbert Zimmer (Dillingen), der Studentin für Musikwissenschaften (Sandra Dörrenbecher) und der Flötenlehrerin Heidrun Kley-Baltes zusammen. Thomas Kronenberger, der als Vizepräsident des BZVS seit nun mehr 10 Jahren Sommerkurse in der Akademie leitet, reiste aus Berlin an und übernahm die Dozententätigkeit für Rhythmik, Dirigat und Meditation sowie die Leitung des Lehrgangsorchesters.
Der Tagesablauf liest sich wie ein Stundenplan im Berufsleben

7:30 Frühstück
8:30 "Aufwachen" (den Tag gemeinsam Beginnen)
9:00 Einzelunterrichte, Theorie und Kammermusik im Parallelbetrieb
11:30 "Grooven" (Rhythmus und Dirigatübungen)
12:00 Mittagessen
13:30 Einzelunterrichte und Kammermusik
14:30 "Grooven"
15:00 Kaffee
15:30 Meditation
17:15 Orchesterprobe
18:30 Abendessen
19:15 Vorspiel
22:00 Nachtruhe

Schnell hatten sich die Kinder zwischen 7 und 16 Jahren an den Plan gewähnt und herausgefunden dass sich viele Freiräume für gemeinsame Stadtbummel oder Spiele ergaben. Tischtennis war genauso beliebt wie in jedem Jahr der Fußball und das Volleyballspiel auf dem Rase vor der Landesakademie. Gebastelt wurde täglich und Federball sowie Brettspiele waren bei den Kleinsten angesagt. Ein kleiner Ruhepol war auch die "Eis-Ente", die pünktlich um 13:15 Uhr für den Nachtisch sorgte. Viel Lob gab es für die Guten Geister des Hauses (Die Küchendamen und Rudolf den Hausmeister), die das leckere Essen mit viel Liebe auftrugen.

Der Grillabend mit einem großen Lagerfeuer war das 1. Highlight des Kurses. Nachdem Rudolf ca. 150 Würste und für die Vegetarier auch Gemüsespieße gebraten hatte, wurden Holzbänke um die Feuerstelle gestellt. Monika und Thomas griffen energisch in die Gitarrenseiten und zögerlich erklangen die ersten Singstimmen. Nach 5 Minuten waren alle aufgetaut und die Lagerfeuerstimmung erfacht. Nun folgte ein Lied nach dem Anderen und die Mädels wechselten sich mit den Jungs in der Art der Stückeauswahl ab. Gegen 23:00 Uhr musste dann die Nachruhe eingesungen werden. Ein toller Abend.

In einem Kurs mit Kids ist das Heimweh ein großes Thema. Bis zu 12 Kidis waren der Krankheit verfallen und hatten zu den unterschiedlichsten Zeiten große Schmerzen. Dafür war die Uli überwiegend zuständig. Es wurde gesprochen, getröstet, Mut gemacht und auch geschimpft, wenn der Dickkopf einfach nicht zuhören wollte. 3 Kinder konnten wir im Laufe der Woche nicht überzeugen, sie brachen die schöne Ferienwoche ab. Naja, vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr dann besser. Am Elternabend war das Haus voll. Der Unterrichtssaal S1 platze aus allen Nähten, als das abendliche Vorspiel begann. Die Eltern, Oma's und Opa's sowie die Geschwister zogen danach mit "unseren" Kids in die Stadt und wir Dozenten hatten die ersten freien Stunden der Woche. Die Ruhe blieb nicht lange, denn die Ersten brachten Ihre Kinder schon nach einer Stunde zurück (bei manchen Kindern war das auch nachvollziehbar !?!?!?!). Einige waren munter und ausser Rand und Band. andere packte das Heimweh frisch und stärker als zuvor. Es versprach ein langer Abend für die Dozenten zu werden.

Die Nachtruhe wurde überwiegend eingehalten, auch wenn manche Teilnehmer das anders sahen. Es war einfach wichtig, dass Ruhe auf den Gängen war und wenn dann doch wenige in den Morgenstunden die Zimmer wechselten und so nicht zum schlafen kamen, war das kein Beinbruch. Sie hatten Ihren Spaß dabei und der nächste Tag kam bestimmt und nicht zu knapp. Beim "aufwachen" konnte Thomas dann schnell feststellen, wo der Nachtteufel wieder zugeschlagen hatte. Kein Mitleid in den nachfolgenden Übungsstunden und so war manche Rhythmusbewegung mehr als grobmotorisch und ungelenk. Der Spieletag kam und der Unterrichtsplan wurde für 12 Stunden außer Kraft gesetzt. Morgens ab in die Turnhalle und Völkerball brachte die müden Glieder auf trapp. Staffelspiele rundeten den Morgen ab und nach dem Essen war erst einmal Siester angesagt. Mittags gab es dann noch Volleyball, Fußball und ein Tischtennisturnier (das Herbert klar vor Stefan gewann, die Kids wurden erbarmungslos ausgeschaltet). Ein spannender Tag der mit viel Schlaf und Ruhe nachwirkte. Heil froh waren wir alle, dass es in diesem Jahr keine ernsthaft Kranken gab und wir von Unfällen verschont blieben.

Die Woche neigte sich dem Ende und aus den unbeholfenen Musikensembles und einem chaotischen Orchester entwickelte sich tatsächlich Musik. Am letzten Tag brachte Ulrike unsere kleinen Teilnehmer noch einmal richtig zum denken: Theorietests wurden geschrieben und es hatte sich gezeigt, dass der Unterricht Früchte trug. Nach der Generalprobe hies es Zimmer aufräumen, packen und die ersten Adressen aufzuschreiben. Die Verwandten trudelten langsam auf dem Gelände der Landesakademie ein und es wurde Ernst. In der großen Aula, die mittlerweile restlos gefüllt war, blickten über 200 Gäste auf das Künstlervolk, das vor der Bühne auf dem Boden platznehmen musste. Es begann ein wunderschönes Abschlusskonzert in dem Ensembles und zum Schluss auch das Orchester alles gaben. Mit viel Spaß und ausgesprochen hoher Musikalität spielten die jungen Musiker ihr Programm ab und begeisterten ihr Publikum. Die Dozenten dankten den Eltern und natürlich auch "ihren" Kindern für eine anstrengende aber schöne Musikwoche in der Landesakademie und verabschiedeten sich bis 1998.

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