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Presse

Saitenklänge auf höchstem Niveau
Donnerstag, 29. November 2007
Saarländisches Zupforchester begeisterte das Publikum in Kirkel

Demonstration ihres Könnens: Unter der Leitung von Reiner Stutz boten Musikerinnen und Musiker des saarländischen Zupforchesters bei ihrem Jahresabschluss mit einem hochkarätigen Programm eine Zupfmusikpräsentation auf höchstem Niveau. Es gab zudem zwei Ehrungen.

Von SZ-Mitarbeiter Bernhard Reichhart

Kirkel. Unter dem Motto "Vom Barock bis zum Tango" begeisterte das saarländische Zupforchester (SZO) die Besucher im Bildungszentrum der Arbeitsklammer in Kirkel. Unter der Leitung von Reiner Stutz boten die Musikerinnen und Musiker bei ihrem Jahresabschluss mit einem interessanten Programm eine Zupfmusikpräsentation auf höchstem Niveau und ernteten großen Beifall.
Eröffnet wurde das meisterliche Konzert mit Valentin Hausmanns Stück "Sechs neue, artige und liebliche Tänze" in der Transkription von Wilhelm Krumbach. Zum Gedenken an den im Oktober gestorbenen Ostberliner Komponisten Kurt Schwaen führte das Zupforchester mit der "Abendmusik" (Vier Canzoni) eines seiner früheren Werke auf, das als eines der ganz wichtigen Kompositionen der Zupfmusikliteratur gilt. Abgerundet wurde das musikalische Ereignis mit dem "Concerto all unsisono op2 Nr6" von Evaristo Felice Dall'Abaco, dem rhythmischen und sehr markanten "Libertango" von Astor Piazzolla als eigentlichem Höhepunkt des Konzertes. Darüber hinaus präsentierte das saarländische Zupforchester zwei Werke der beiden japanischen Komponisten Yasuo Kuwahara ("Novemberfest") und Takashi Kubota ("Tanzsuite Nr 2 op21").
Thomas Kronenberger, Präsident des Bundes für Zupf- und Volksmusik Saar (BZVS), wies auf die guten Kontakte zu Japan hin. So führt das Zupforchester im März kommenden Jahres eine 14-tägige Gastspielreise nach Japan durch und gibt sechs Konzerte. "Die Wurzeln der Zupfmusik liegen im Saarland", erklärte Kronenberger. Mittlerweile habe sich hier gegen den bundesweiten Trend durch eine sehr gute Jugendarbeit jedoch aus "einer Art Nischenmusik" ein großer Klangkörper gebildet, der als ältestes Landesorchester in Deutschland "ein Werbeträger für die Kultur unseres Landes ist", so der Präsident des BZVS.
Im Rahmen des Konzertes in Kirkel wurden zwei verdiente Personen ausgezeichnet. Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte es sich nicht nehmen lassen, zwei vollkommen überraschte Mitglieder zu ehren. Für sein über 50-jähriges Engagement in verschiedenen Funktionen im Verband sowie seine 20-jährige Tätigkeit als Bundesschatzmeister erhielt Winfried Mutschler die große Ehrenplakette.
Als Konzert- und Mandolinenmeister habe er mit großem pädagogischem Geschick den Mandolinennachwuchs an die Zupfmusik herangeführt und viel für die Pflege und Förderung der Amateurmusik im Saarland getan, lobte die Ministerin den Jubilar.
Eine weitere Ehrung gab es für Reiner Stutz, der seit zwei Jahrzehnten Dirigent des saarländischen Zupforchesters ist. "Die Wurzeln der Zupfmusik liegen im Saarland."

29.11.2007 - Saarbrücker Zeitung
 
 
   
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